
Berlin: Großrazzia bei Waffenhändlern

In Berlin fanden heute zahlreiche Durchsuchungen statt. Beteiligt waren über 300 Polizisten, darunter auch Sondereinsatzkommandos – Ziel war der illegale Waffenhandel.
Im Verlauf des vergangenen Jahres wurde in Berlin 1.119-mal eine Straftat mit Schusswaffen begangen. Das ist ein Anstieg von 68 Prozent gegenüber 2024. Im laufenden Jahr wurden bis Ende Juli 62 Straftaten mit Schusswaffen begangen.

Elf Wohnungen und drei Lokale sowie mehrere Fahrzeuge seien durchsucht worden, so die Polizei. Sie gehören zu sieben Personen, denen gewerbsmäßiger Handel mit halbautomatischen Schusswaffen vorgeworfen wird. An den Durchsuchungen waren auch Polizisten aus Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und der Bundespolizei beteiligt. Die sieben Beschuldigten im Alter zwischen 22 und 52 Jahren wurden festgenommen. Mobiltelefone und "weitere Datenträger" wurden beschlagnahmt, ebenso wie zwei scharfe Schusswaffen samt Munition.
Zuständig für diese Durchsuchungen war eine Sondereinheit der Berliner Polizei namens "Ferrum", die sich seit Längerem mit Straftaten im Bereich der organisierten Kriminalität befasst. In vielen Fällen waren türkisch-kurdische Gewerbetreibende die Opfer besagter Straftaten mit Schusswaffen. Ende August gab es sogar einen Angriff mit einem Sprengsatz auf einen Barbiersalon in Steglitz-Zehlendorf, und im Juni explodierte eine Handgranate vor einem Spätkauf im Wedding.
Aktuell findet vor dem Landgericht Berlin ein Prozess gegen drei Angeklagte statt, die im Januar ein Lokal mit Schüssen und Brandsätzen attackierten. Zuvor sollen sie telefonisch ein Schutzgeld von 50.000 Euro vom Restaurantinhaber gefordert haben. Alle drei stammen aus der Türkei und haben keinen festen Wohnsitz in Deutschland. Sie werden den "türkischen Daltons" zugerechnet, die aktuell versuchen, Einflussgebiete älterer, in Berlin ansässiger krimineller Gruppierungen zu übernehmen. Diese versuchen im Allgemeinen, offene Auseinandersetzungen mit Schusswaffen zu vermeiden.
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