
Katar: LNG-Lieferausfälle offenbar bis Mitte Oktober

QatarEnergy bereitet laut einem Bloomberg-Bericht vom Mittwoch eine Verlängerung der "Force Majeure" (höhere Gewalt) für LNG-Lieferungen bis Mitte Oktober vor. Die Verlängerung würde die Störungen der Gasversorgung auf dem globalen Markt während des andauernden Iran-Krieges fortsetzen.

Mehrere Abnehmer in Europa und Asien erklärten, sie rechneten in den kommenden Wochen mit einer offiziellen Mitteilung. Force Majeure tritt ein, wenn außergewöhnliche Umstände ein Unternehmen daran hindern, seine vertraglichen Lieferverpflichtungen zu erfüllen.
Im Juni hatte Katar bestimmten Kunden in Asien und Europa mitgeteilt, dass LNG-Lieferungen bis August und September ausfallen würden. Eine weitere Verlängerung würde den globalen Gasmarkt zusätzlich verknappen, da Europa und Asien um verfügbare LNG-Mengen konkurrieren. Steigende Temperaturen haben in einigen Regionen die Nachfrage zuletzt erhöht, während Abnehmer gleichzeitig ihre Gasspeicher vor dem Winter auffüllen.
Vor Beginn des Iran-Krieges verlief etwa ein Fünftel des weltweiten LNG-Handels durch die Straße von Hormus.
Katars Energieminister und QatarEnergy-Chef Saad al-Kaabi hatte vor einigen Monaten gegenüber Reuters erklärt, bei iranischen Angriffen am 18. und 19. März seien zwei LNG-Verflüssigungsanlagen mit einer Gesamtkapazität von 12,8 Millionen Tonnen pro Jahr getroffen worden. Beide Anlagen werden als Joint Ventures mit dem US-Ölkonzern ExxonMobil betrieben.
Die erwartete Verlängerung folgt nun auf die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten und verringert die Hoffnung auf eine kurzfristige Erholung der Lieferungen aus der Region. In dieser Woche schlossen die USA und Iran die Möglichkeit unmittelbarer Friedensverhandlungen aus. Infolge dieser Entwicklung stiegen die Gaspreise sowohl auf den europäischen als auch auf den asiatischen Märkten.
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