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Vučić: Treffen in Europa waren eine Qual

Am 27. September hat Aleksandar Vučić sein Rücktrittsgesuch unterzeichnet, Serbiens Präsident war er seit 2017. Nun schilderte der frühere Staatschef, warum ihn Treffen mit europäischen Politikern in den vergangenen viereinhalb Jahren belastet haben.
Vučić: Treffen in Europa waren eine QualQuelle: AP © Geert Vanden Wijngaert

Der zurückgetretene serbische Präsident Aleksandar Vučić hat erklärt, dass in den vergangenen viereinhalb Jahren fast jedes Treffen mit europäischen Politikern für ihn eine "Qual" gewesen sei. Wie die serbische Tageszeitung Informer berichtet, sagte Vučić:

"Was unsere Außenpolitik betrifft, so war deren Umsetzung äußerst schwierig. Jedes Treffen, fast jedes Treffen in Europa war in den vergangenen viereinhalb Jahren eine wahre Qual. Ich habe mich bei keinem von ihnen wohlgefühlt, weil die erste Frage bei jedem lautete: 'Warum haben Sie keine Sanktionen gegen Russland verhängt?' Jedes einzelne Mal."

Vučić zufolge habe auch der Umgang mit Moskau Schwierigkeiten bereitet, vor allem wegen der Situation mit der NIS, dem größten serbischen Energiekonzern. Die USA hatten Sanktionen gegen den Konzern verhängt, da Russland die Kontrolle in dessen Eigentümerstruktur hat. Dem ehemaligen Präsidenten zufolge sei es auch mit den Russen schwierig gewesen, denn ihr Ziel sei es, NIS um jeden Preis zu behalten, während die andere Seite es ihnen wegnehmen wolle. Am Ende sei es eben Serbien, das darunter leide, so Vučić.

Das ehemalige Staatsoberhaupt hatte während seiner Amtszeit wiederholt die Neutralität Serbiens gegenüber Russland betont. Er sprach sich zudem gegen antirussische Sanktionen aus, sagte aber, er könne nicht garantieren, dass die serbische Führung künftig weiterhin auf solche Maßnahmen verzichten werde. Im Mai erklärte Vučić, Belgrad habe viele Chancen verpasst, weil es keine Sanktionen gegen Moskau verhängt habe.

Aleksandar Vučić war seit dem 31. Mai 2017 der Präsident Serbiens. Im Jahr 2022 wurde er für eine zweite Amtszeit wiedergewählt, die am 31. Mai 2027 hätte enden sollen. Am 27. September 2026 unterzeichnete er sein Rücktrittsgesuch. Übergangsweise wird nun Parlamentspräsidentin Ana Brnabić das Amt des Staatsoberhaupts übernehmen. Die erste Runde der Präsidentschaftswahl soll laut Vučić bis Ende Dezember stattfinden.

Im Kreml äußerte man sich ebenfalls zum Rücktritt des Politikers. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, sagte, man sei überzeugt, dass die Kontakte mit der politischen Führung und den Wirtschaftsakteuren in Serbien fortgesetzt würden. Auf die Frage, ob Moskau auf den Erhalt guter Beziehungen zu Belgrad hoffe und bereit sei, mit jedem Staatschef des Landes den Dialog aufzubauen, sagte Peskow, die Beziehungen zwischen Russland und Serbien gingen weit über die Beziehungen zu einzelnen Personen hinaus.

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