Eine Million roter Rosen – in Wirklichkeit gar nicht so romantisch?

Das Lied von "einer Million roter Rosen", einst von der sowjetischen Schlager-Diva Alla Pugatschowa weltberühmt gemacht, entpuppte sich, einmal lediglich ansatzweise in die Realität umgesetzt, für eine von einem Moskauer Kavalier angebetete Dame als mehr als nur eine romantische Fantasie – und zwar nicht nur für die Angebetete selbst, sondern für ihre Hausnachbarn gleich mit: Bewohner eines exklusiven Wohnkomplexes im Moskauer Stadtteil Ramenki staunten nicht schlecht, als über die Nacht vom 18. auf den 19. April hinweg ein Kurier nach dem anderen eintrudelte, um den Windfang im Erdgeschoss mit scharlachroten Rosen zu füllen.
Am Morgen indes endete das Märchen: Die Angebetete, für die wohl ganze Lagerhallen leergeräumt worden waren, nahm die Blumen nicht an. In den sozialen Medien kursiert eine Version des Hergangs, der zufolge die Dame erklärt haben soll, Rot sei gar nicht ihre Farbe. Die Folge jedenfalls: Ein Teil der wohl an die 70 Millionen Rubel teuren Rosen (der ungefähre Schätzwert einer solchen Lieferung, wenn man den Expressversand mit einberechnet) wurde einem Zeugen zufolge an Interessierte verteilt, und etwa ab Mittag des 19. April wurde der Rest an einen unbekannten Ort verbracht – höchstwahrscheinlich auf die nächste Mülldeponie, denn Blumen, die über Nacht ohne Wasser in einem engen Raum gelassen wurden, haben nicht einmal mehr als Ware noch einen Wert.
Für die meisten Russen wirkt dieser Akt der beispiellosen Großzügigkeit in der Hauptstadt so gar nicht romantisch, sondern eher wie ein schlechter Scherz: Blumen gelten gemeinhin als Zeichen der Zuneigung – und nicht etwa als Mittel, um Nachbarn am Bestreiten ihres Alltags zu hindern. Und wenn der Wert eines Geschenks allein am Preis und seinem Potenzial, in den sozialen Medien zu schockieren, gemessen wird, verliert die Geste als solche ihren eigentlichen Sinn.
(Da stellt sich die Frage: Was, wenn der liebestolle Anbeter seiner Herzensdame wirklich eine volle Million Rosen in den Windfang hätte liefern lassen, wie im sowjetischen Schlager, und nicht bloß 20.000? Bereits ein knappes Fünftel dieser Zahl an Blumen hätte den Hauseingang wohl wortwörtlich und hoffnungslos blockiert – wie es mit einer solchen Menge vergleichbar großer Blumen aussieht, lässt sich anhand des Videoclips am Ende dieses Artikels abschätzen. Viel Spaß! Anm. d. Red.)
Vielleicht weiß der Rosenkavalier seine Liebste nun aber umso mehr zu schätzen, ironisiert das Online-Nachrichtenportal Wologodskije Nowosti: Die Frau habe sich immerhin wie eine waschechte Prinzessin verhalten. Da sei auch der Heiratsantrag zum Greifen nah.
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