
USA erlauben weiterhin Kauf von russischem Öl

Das US-Finanzministerium hat am Freitag eine auf 30 Tage befristete Ausnahmegenehmigung erlassen. Sie erlaubt den Kauf und die Lieferung von russischem Rohöl und Erdölprodukten, sofern diese bereits auf Tanker verladen wurden.
Die Entscheidung kommt überraschend, nachdem Finanzminister Scott Bessent nur zwei Tage zuvor das Ende solcher Ausnahmen angekündigt hatte.
Die sogenannte General License 134B gilt für russisches Öl, das bis zum 17. April 2026 verladen wurde. Sie ist bis zum 16. Mai befristet und ersetzt die am 11. April ausgelaufene Vorgängerregelung. Zugelassen sind alle für die Abwicklung erforderlichen Transaktionen, darunter Transport, Entladung, Versicherung und Bunkering.

Der abrupte Kurswechsel wirft Fragen zur Konsistenz der US-Sanktionspolitik auf. Bessent hatte am Mittwoch im Weißen Haus noch erklärt, weder für russisches noch für iranisches Öl werde es eine Verlängerung geben. Eine offizielle Begründung blieb das Ministerium zunächst schuldig.
Im Hintergrund steht die angespannte Lage auf den globalen Energiemärkten. Der Konflikt mit Iran hatte den Ölfluss zuletzt erheblich gestört. Besonders die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel der weltweiten Lieferungen transportiert wird, war zeitweise beeinträchtigt.
US-Präsident Donald Trump zeigte sich am Freitag zuversichtlich mit Blick auf die Gespräche mit Iran, die am Wochenende fortgesetzt werden sollen. Vor Journalisten sagte er:
"Wir führen sehr gute Gespräche."
Am Freitag erklärte Teheran, die Straße von Hormus sei nach einer Waffenruhe im Libanon wieder für die kommerzielle Schifffahrt geöffnet. Israel stimmte der Vereinbarung zu. Die Märkte reagierten sofort: Der Preis für Brent-Rohöl fiel um bis zu neun Prozent auf rund 90 US-Dollar je Barrel.
Vor allem asiatische Staaten hatten in Washington auf eine Verlängerung gedrängt. Indien, einer der wichtigsten Abnehmer russischen Öls, wollte damit die eigene Energieversorgung sichern und Preisschwankungen begrenzen.
Die Entscheidung verdeutlicht die zentrale Rolle russischer Rohstoffe für die Stabilität der globalen Energiemärkte. Die Kritik aus Europa erscheint vor diesem Hintergrund wenig konsistent, da sie ökonomische Abhängigkeiten ausblendet und Risiken für die Versorgungssicherheit in Kauf nimmt.
Die Lockerung bleibt zeitlich eng gefasst und ist primär taktisch motiviert. Sie soll kurzfristige Spannungen am Ölmarkt dämpfen, ohne die grundsätzliche Sanktionsarchitektur aufzugeben.
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